Bericht zu den Vorkommnissen beim Heimspiel gegen die SV Elversberg

Bild: block.c_kaiserlinde

Zum ersten Heimspiel der neuen Saison empfing der VfL Bochum die SV Elversberg im Ruhrstadion. Für Teile der Gästefans endete der Spieltag jedoch, bevor er überhaupt richtig begann: Nach einem Polizeieinsatz vor dem Eingang zum Gästeblock verzichtete die aktive Fanszene der Elversberger geschlossen auf den Stadionbesuch.

Laut eigener Darstellung kam es im Vorfeld zu einer willkürlichen Festnahme sowie der Aussprache eines Platzverbots. Als Reaktion darauf entschied sich die Fangruppe, das Spiel kollektiv zu boykottieren und stattdessen die Zeit abseits des Stadions zu verbringen. Währenddessen verfolgten 24.207 Zuschauer, darunter rund 750 Gästefans, den 2:0-Sieg des VfL Bochum.

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“Nachdem der Großteil von uns bereits den Weg ins Stadion gefunden hatte, entschied sich die Staatsmacht dazu, spontan ein zufälliges Mitglied unserer Fanszene, das noch vor den Toren stand, festzunehmen und im Anschluss einen Platzverweis auszusprechen. Begründet wurde dies damit, dass von besagtem Mitglied Pöbeleien und Beleidigungen in Richtung friedlicher Bochumer gefallen sein sollen. Schlichtweg eine Lüge.”, schreibt die Horda Fanatica 2006 in einem uns vorliegenden Statement. “Während der besagten Maßnahme der Polizei wurde das Mitglied unserer Fanszene trotz Fesseln noch von einem Polizisten von hinten auf den Kopf geschlagen.”

Die Schilderungen decken sich leider mit einem bekannten Muster: Überzogene Polizeieinsätze am Gästeblock des Ruhrstadions sind keine Seltenheit und wurden in der Vergangenheit bereits bei Spielen gegen Köln und Gladbach beobachtet. Dass diesmal eine vergleichsweise kleine und junge Fanszene aus Elversberg betroffen war, hinterlässt einen besonders bitteren Beigeschmack.

Es drängt sich die Frage auf, ob die Polizei diesen Einsatz bewusst als eine Art „Testlauf“ genutzt hat – in Erwartung kommender Heimspiele, bei denen deutlich größere und etabliertere Gästefanszenen nach Bochum reisen werden. Der Verdacht, dass Fußballfans hier als Versuchsfeld für Maßnahmen herhalten müssen, liegt nahe und wirft grundsätzliche Fragen zum Verhältnis zwischen Sicherheitsbehörden und Fußballanhängern auf.

Wir verurteilen den zunehmend fragwürdigen Umgang der Polizei mit Gästefans im Ruhrstadion entschieden. Fußballfans dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden, und es braucht endlich eine klare Abkehr von Eskalationsstrategien. Wir fordern die Verantwortlichen auf, statt auf Konfrontation wieder auf Deeskalation und Dialog zu setzen – im Sinne aller Stadionbesucher und des Fußballs selbst.